Helene Arnet im Interview mit Ursula Zeller
Der Grossvater von Ursula Zeller zog im Jahr 1909 nach Dietikon. Er war Buchbinder, doch da er allmählich erblindete, wandte er sich einem neuen Geschäftsfeld zu und gründete eine Fabrik zur Herstellung von Schuheinlagen. Anfangs waren vier Frauen angestellt – Hausfrauen, die zusätzlich Fabrikarbeit verrichteten. Später wurde das Fabrikgebäude der Firma «Sanitas» erweitert.
Der Grossvater trug den Übernamen «Johannes Immerbrenner». Er war ein engagierter und temperamentvoller Politiker, der keine Auseinandersetzungen scheute.
Paul Adolf Brenner, der Götti von Ursula Zeller, war sehr begabt. Sein bekannter Lehrer Traugott Vogel wollte ihn fördern, was jedoch unmöglich war, da auch Paul Adolf tatkräftig in der Fabrik mitarbeiten musste, damit die Familie überleben konnte. Allerdings genoss er das Privileg, im Aussendienst spannende Geschäftsreisen unternehmen zu dürfen.
Er entschied sich später, freier Schriftsteller zu werden. Er befreundete sich mit Max Frisch und wohnte sogar eine Zeit lang mit ihm zusammen. Ursula Zeller erhielt von ihrem Götti immer wieder interessante und politisch geprägte Briefe. Zudem bekam sie häufig Bücher geschenkt – als Kind zu Weihnachten und später auch zu ihrer Hochzeit mit Heinz Zeller. Unter den Geschenken war auch ein frisch gedrucktes Exemplar von Max Frischs «Homo Faber».
Der Vater von Ursula Zeller brachte die Musikalität in die Familie. Die Weiterführung der Fabrik «Sanitas» war für ihn allerdings eher eine wirtschaftliche Pflichtaufgabe. Obwohl das Haushaltsbudget relativ knapp war, konnten eine Geige und ein Klavier angeschafft werden.
Ursula Zeller besuchte die Sekundarschule bei Herrn Klenk und Herrn Wick – Klenk wurde übrigens 105 Jahre alt! Da sie sehr gerne zur Schule ging, wollte sie schon früh Lehrerin werden...
Hören Sie weiter - hier die vollständige Aufzeichnung des spannenden Gesprächs!
